Ärzte aus Deutschland zu Gast in Artsakh

Zwei Ärzte aus Deutschland besuchten Ende August Artsakh und diagnostizierten Patientinnen im Stepanakerter Krankenhaus kostenfrei.

Augenarzt Fuad Zeidan aus Hamburg sagt, er reise gern und als Arzt sei er interessiert, mit welchen Standards die Ärzte in verschiedenen Ländern ihre Behandlungen durchführen.

„Eingetroffen in Artsakh wollte ich erfahren, unter welchen Bedingungen die Ärzte hier arbeiten, und welche Komplikationen besonders bei den Patienten mit Augenproblemen vorhanden sind“, sagt Fuad Zeidan und fügt hinzu: "Es gibt moderne medizinische Technik im Republikanischen Krankenhaus, die die Arbeit des Arztes erleichtert.“

In Palästina geborener Arzt aus Hamburg erzählt, dass er seit zwei Tagen mehrere Patienten mit verschiedenen Problemen untersucht hat.

Die Ärztin für Frauenheilkunde und Seelenheilkunde Dr.med. Annemarie Braun, ebenso aus Hamburg, sagt, sie sei hier begeistert von modernen Ausrüstung der Klinik und Bildungsstand der Ärztinnen. Sie wünscht sich, ein Zentrum der alternativen Medizin in Artsakh zu haben, wo die Behandlung frei von Chemikalien durchgeführt werden kann. Für Dr. Braun ist es bereits der fünfte Besuch in Artsakh. Jedes Mal, wenn sie hierherkommt, sieht sie neue positive Veränderungen.

Die Ärztinnen aus Deutschland besuchten Artsakh mit Doktorandin Manushak Markosyan zusammen. „Ich lebe seit Jahren in Deutschland und bin bei Wissenschaftsforschung tätig. Jedes Mal, wenn ich mich mit Ärzten treffe, erzähle ich immer über Artsakh. Ich lud sie ein, Artsakh zu besuchen, die sie freundlich annahmen und hier ihren Beitrag zur Artsakhs Gesundheitsversorgung leisteten“, - sagt Frau Markosyan.

 

Quelle: ArtsakhPress

Auch die Frauen sind bei der Räumung der Minenfelder in Artsakh aktiv

Seit 2000 räumt die britische Firma «Halo Trust» die Minen in Artsakh. Sie hat bis heute etwa 480 Felder von Minen geräumt, die weiteren 90 Minenfelder müssen noch geräumt werden. «Halo Trust» plant nach eigenen Angaben Artsakh von verlegten Minen bis zum 2020 vollständig zu befreien. Gegenwärtig werden von der Firma 11 Minenfelder geräumt.

Vertreter von «Halo Trust» seien zum ersten Mal im Jahr 1995 nach Artsakh gekommen. Damals haben sie Schulungen für Mitarbeiter der Verteidigungsarmee zur Räumung der Minenfelder mit der international anerkannten Art und Weise durchgeführt, teilt der Leiter der «Halo Trust» Mission in Artsakh, Ash Boddy mit.

„Im 1995 war es ein kurzes Programm, danach gingen wir zurück. Aber im 2000 kam „Halo Trust“ auf Einladung der Baronin Caroline Cox zurück. Seitdem sind wir die einzige internationale, gemeinnützige und Organisation, die Minen in Karabach entschärft“, fügt Boddy hinzu. Die Schaffung der Finanzierung für die Tätigkeit in Artsakh sei eine schwierige Aufgabe.

„Halo Trust“ hatte jährlich mehr als 100 Mitarbeiter, aber im laufenden Jahr ist die Anzahl der eingestellten Kräfte auf 210 gewachsen. Heute arbeiten in „Halo Trust“ auch Frauen als Minenräumerinen. „Die erste Gruppe wurde im 2015 aus Dorf Kareghah im Bezirk Kashatagh gegründet. Jetzt gibt es drei solche Gruppen, wo die Anzahl der Frauen dominiert“, erzählt Ash Boddy.

Um bei „Halo Trust“ eingestellt werden zu dürfen, muss man ein 5-wöchiges Praktikum absolvieren. In den ersten vier Wochen umfasst das Programm theoretische und praktische Kenntnisse zur Minenräumung. Die fünfte Woche ist für die erste Hilfe. Nach Ende jeder Praktikumsphase wird Prüfung abgegeben und dadurch entscheiden, ob die Praktikantin bzw. der Praktikanten für die Tätigkeit in der Organisation geeignet ist oder nicht.

Die Minenräumerin Lilit Martirosyan ist 40, sie kommt aus Stepanakert. Bei „Halo Trust“ arbeitet sie seit 2. April 2017. „Die Arbeit ist kompliziert und gefährlich. Allerdings tun wir alles, um diese Gefahr für andere Menschen zu beseitigen. Unsere Gruppe besteht aus 7 Minenräumerinnen, die fünf davon sind Frauen, und einen Kommandanten“, sagt Lilit und fügt hinzu, sie habe von ihrem Ehemann, der auch bei „Halo Trust“ als Minenräumer tätig ist, über diese Arbeit erfahren. Das Ehepaar ist in derselben Gruppe tätig, und jedes Mal, wann sie im Minenentschärfungseinsatz sind, denken sie zuerst daran, dass sie alles tun müssen, um heil zurückzukehren, weil Zuhause ihre minderjährigen Kinder auf sie warten.

Wie der Missionsleiter Boddy sagt, bleibe „Halo Trust“ in Artsakh, weil das Land ihre Hilfe braucht. Sie haben auch ein spezielles Programm zur Erhöhung des Gefahrenbewusstseins bei der Bevölkerung. Zweimal jährlich besuchen die Mitarbeiterinnen die Schulen und bringen den Schülerinnen die notwendigen Informationen bei. Im vergangenen Jahr wurden dadurch mehr als 8.000 Kinder und 2.000 Erwachsene belehrt. Es gebe auch eine andere Gruppe, die jedes Jahr durch alle Dörfer von Artsakh rumläuft und die Gemeindemitglieder über erste Schritte bei Minengefahr informiert, erzählt Ash Boddy weiter.

Nach dem Aprilkrieg vom 2016 entschärfte „Halo Trust“, zusammen mit Rettungsdienst, verlegte Minen in Ortschaften Talisch, Mataghis und anderen Grenzdörfern Artsakhs, bevor die Zivilbevölkerung zurückkehrte.

„Halo Trust“ beschäftige sich vor allem mit der Entschärfung der Antipersonen- und Panzerabwehrminen, so der Missionsleiter Boddy.

Quelle: ArtsakhPress

Fotoausstellung in Stepanakert zum internationalen Tag der Vermissten

Im Kultur- und Jugendhaus vom Stepanakert eröffnete die Mission des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) in Artsakh zusammen mit den Familienangehörigen der vermissten Personen eine Ausstellung am 30. August 2017, die dem internationalen Tag der Vermissten gewidmet war.

Bei der Eröffnung der Ausstellung begrüßte den Gästen die Projektassistentin der IKRK-Mission in Artsakh „Unterstützung der Familienangehörigen der Vermissten“ Frau Charlotte Jans. Sie dankte den Gästen für die Anwesenheit an der Ausstellung und fürs Gedenken an den Tag der Vermissten.

Die Ausstellung sei ein Teil des vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes seit 2011 durchgeführten Förderprogramms, so Frau Jans. Viele von den Fotos sprechen statt Familien der Vermissten, aber die Hoffnungen und das Leid dieser Familien bleiben der Öffentlichkeit oft unbekannt. Wir haben heute die Gelegenheit, mit Ihnen durch die Poesie und Zitate der Familienangehörigen der Vermissten zu sprechen, die ihren Gefühlszustand besser beschreiben, fügte Frau Jans hinzu.

Der Leiter der IKRK-Mission in Artsakh Dragoslav Blazevic stellte fest, das IKRK wolle mit dieser Initiative den Respekt gegenüber den Familienangehörigen der Vermissten sowie diejenigen, die versuchen diese Familien zu helfen, zeigen. Die dargestellten Fotos spiegeln das schwierige Schicksal der Familienangehörigen der Vermissten wider, durch das sie ihren Alltag durchlaufen. Sie hallen das endlosen Leid von Familienangehörigen wider. Die Fotos erinnern uns daran, dass das Verschwinden unserer Angehörigen während der bewaffneten Konflikte nicht nur die schmerzlichen Konsequenzen hat, sondern auch eine menschliche Tragödie ist, sagte er. Der Leiter der IKRK-Mission fügte hinzu, dass die Klärung des Schicksals der vermissten Menschen eines der Hauptziele der IKRK-Mission ist.

Das Internationale Komitee des Roten Kreuzes registrierte seit 1992 mehr als 4500 vermisste Personen, deren Schicksal noch unbekannt bleibt.

Quelle: ArtsakhPress

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